Kardiomyopathien werden nach ihrem morphologischen und funktionellen Erscheinungsbild eingeteilt:
Verdickung des Herzmuskels, meist genetisch bedingt. Sie betrifft etwa 1 von 500 Menschen und ist die häufigste Ursache des plötzlichen Herztods bei jungen Sportlern. Eine besondere Form ist die hypertroph-obstruktive Kardiomyopathie (HOCM), bei der zusätzlich der Ausflusstrakt der linken Kammer verengt ist.
Erweiterung der Herzkammer mit reduzierter Pumpfunktion. Ursachen: genetisch, nach Myokarditis, nach Chemotherapie, durch Alkoholmissbrauch oder schwangerschaftsassoziiert (Peripartum-Kardiomyopathie).
Versteifung des Herzmuskels, der sich nicht mehr richtig dehnen kann. Häufige Ursachen sind Amyloidose oder Speichererkrankungen wie Morbus Fabry.
Genetisch bedingte Erkrankung mit fettig-bindegewebigem Umbau vor allem der rechten Herzkammer. Sie kann zu schweren Rhythmusstörungen führen und ist eine wichtige Ursache des plötzlichen Herztods.
Akute, meist reversible Funktionsstörung der linken Herzkammer, oft ausgelöst durch starken emotionalen oder körperlichen Stress. Das EKG ähnelt dem eines Herzinfarkts, die Symptome bilden sich aber meist innerhalb von Wochen zurück.
Achtung: Synkopen unter Belastung sowie ein plötzlicher Herztod in der Familie sind dringende Warnzeichen, die immer eine kardiologische Abklärung erfordern – besonders bei Sportlern und jungen Menschen.
Bei vielen Kardiomyopathien gelten besondere Empfehlungen für sportliche Aktivität. Hochintensiver Wettkampfsport ist oft kritisch, moderate Bewegung wird hingegen meist empfohlen. Wir erstellen mit Ihnen einen individuellen Plan.
Viele Formen sind genetisch bedingt – besonders die HCM, ARVC und Teile der DCM. Bei nachgewiesener genetischer Ursache empfehlen wir das Familienscreening: Verwandte ersten Grades sollten kardiologisch untersucht werden, da Träger der Genvariante oft unentdeckt sind.
Das hängt stark von Form und Schweregrad ab. Bei der HCM ist intensiver Wettkampfsport meist nicht empfehlenswert, Freizeitsport mit moderater Intensität dagegen oft erlaubt. Bei DCM kann Bewegung sogar Teil der Therapie sein. Wir besprechen Ihre individuellen Möglichkeiten ausführlich – vor jeder neuen Sportart oder vor Wettkämpfen.
Eine Myokarditis ist eine akute oder chronische Entzündung des Herzmuskels, oft durch Viren ausgelöst. Sie kann ausheilen oder in eine dilatative Kardiomyopathie übergehen. Kardiomyopathien sind dauerhafte Veränderungen der Herzmuskelstruktur, die nicht primär entzündlich bedingt sind.
Das Tako-Tsubo-Syndrom („gebrochenes Herz“) ist eine besondere Form der Kardiomyopathie, ausgelöst durch starken emotionalen Stress (z. B. Trauer) oder körperliche Belastung. Die Beschwerden ähneln einem Herzinfarkt, sind aber meist innerhalb von Wochen vollständig reversibel. Frauen jenseits der Menopause sind besonders häufig betroffen.
Sie haben Symptome wie unklare Atemnot, Synkopen oder eine familiäre Vorbelastung mit Kardiomyopathie? Vereinbaren Sie einen Termin in unserer Praxis am Josef-Haubrich-Hof 5 in Köln – telefonisch unter 0221 921677-0, per E-Mail an info@kardiologiekoeln.de oder online über Doctolib.
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