Kardiomyopathien

Kardiomyopathien – spezialisierte Abklärung in Ihrer Kardiologie in Köln

Kardiomyopathien sind Erkrankungen des Herzmuskels, bei denen das Herz seine Form, Größe oder Funktion verändert – ohne dass eine Durchblutungsstörung, ein Klappenfehler oder Bluthochdruck als Hauptursache vorliegt. Manche Formen sind genetisch bedingt, andere entstehen nach Infekten oder durch toxische Einflüsse. Unbehandelt können Kardiomyopathien zu Herzinsuffizienz, lebensbedrohlichen Rhythmusstörungen oder plötzlichem Herztod führen.

In unserer Gemeinschaftspraxis Kardiologie Köln am Neumarkt klären wir Kardiomyopathien systematisch ab – mit Echokardiografie, MRT-Diagnostik und gegebenenfalls genetischer Beratung. Eine frühzeitige Diagnose ist entscheidend, um schwerwiegende Komplikationen zu verhindern.

Welche Formen der Kardiomyopathie gibt es?

Kardiomyopathien werden nach ihrem morphologischen und funktionellen Erscheinungsbild eingeteilt:

Hypertrophe Kardiomyopathie (HCM)

Verdickung des Herzmuskels, meist genetisch bedingt. Sie betrifft etwa 1 von 500 Menschen und ist die häufigste Ursache des plötzlichen Herztods bei jungen Sportlern. Eine besondere Form ist die hypertroph-obstruktive Kardiomyopathie (HOCM), bei der zusätzlich der Ausflusstrakt der linken Kammer verengt ist.

Dilatative Kardiomyopathie (DCM)

Erweiterung der Herzkammer mit reduzierter Pumpfunktion. Ursachen: genetisch, nach Myokarditis, nach Chemotherapie, durch Alkoholmissbrauch oder schwangerschaftsassoziiert (Peripartum-Kardiomyopathie).

Restriktive Kardiomyopathie

Versteifung des Herzmuskels, der sich nicht mehr richtig dehnen kann. Häufige Ursachen sind Amyloidose oder Speichererkrankungen wie Morbus Fabry.

Arrhythmogene rechtsventrikuläre Kardiomyopathie (ARVC)

Genetisch bedingte Erkrankung mit fettig-bindegewebigem Umbau vor allem der rechten Herzkammer. Sie kann zu schweren Rhythmusstörungen führen und ist eine wichtige Ursache des plötzlichen Herztods.

Tako-Tsubo-Kardiomyopathie („Broken-Heart-Syndrom“)

Akute, meist reversible Funktionsstörung der linken Herzkammer, oft ausgelöst durch starken emotionalen oder körperlichen Stress. Das EKG ähnelt dem eines Herzinfarkts, die Symptome bilden sich aber meist innerhalb von Wochen zurück.

Symptome – häufig unspezifisch

  • Atemnot bei Belastung, später auch in Ruhe
  • Leistungsminderung, schnelle Erschöpfung
  • Herzklopfen, Herzstolpern, plötzliches Herzrasen
  • Schwindel oder kurze Bewusstlosigkeit (Synkope) – besonders bei Belastung
  • Brustschmerzen, oft belastungsabhängig
  • Wassereinlagerungen, plötzliche Gewichtszunahme
  • Familiäre Häufung von Herzerkrankungen oder plötzlichem Herztod

Achtung: Synkopen unter Belastung sowie ein plötzlicher Herztod in der Familie sind dringende Warnzeichen, die immer eine kardiologische Abklärung erfordern – besonders bei Sportlern und jungen Menschen.

Diagnostik in unserer Praxis am Neumarkt

  • EKG – oft zeigen sich charakteristische Veränderungen
  • Echokardiografie inklusive 3D – Beurteilung von Wanddicke, Pumpfunktion und Bewegungsmuster
  • Belastungs-EKG – wichtig zur Risikoeinschätzung, besonders bei HCM
  • Langzeit-EKG – Erfassung von Rhythmusstörungen, oft mehrtägig
  • Herz-MRT – Goldstandard zur Darstellung von Narbengewebe, Fibrose und Wanddicke
  • Erweiterte Labordiagnostik – inkl. Marker für Amyloidose oder Morbus Fabry
  • Genetische Beratung und Testung – bei Verdacht auf erbliche Formen, mit Familienscreening
  • Schrittmacher- und ICD-Kontrollen – nach Implantation

Behandlung – individuell angepasst

Medikamentöse Therapie

  • Betablocker und Kalziumantagonisten zur Symptomlinderung bei HCM
  • Moderne Therapieoption Mavacamten bei obstruktiver HCM
  • Vier-Säulen-Therapie der Herzinsuffizienz bei DCM (siehe Herzinsuffizienz)
  • Spezifische Therapien bei Amyloidose (z. B. Tafamidis) oder Morbus Fabry (Enzymersatz)
  • Antiarrhythmika bei Rhythmusstörungen, Gerinnungshemmer bei Vorhofflimmern

Geräte- und interventionelle Therapie

  • Implantierbarer Defibrillator (ICD) bei erhöhtem Risiko für plötzlichen Herztod
  • Septumablation oder chirurgische Myektomie bei symptomatischer HOCM
  • Kardiale Resynchronisationstherapie (CRT) bei bestimmten DCM-Patienten

Lebensstil und Sport

Bei vielen Kardiomyopathien gelten besondere Empfehlungen für sportliche Aktivität. Hochintensiver Wettkampfsport ist oft kritisch, moderate Bewegung wird hingegen meist empfohlen. Wir erstellen mit Ihnen einen individuellen Plan.

Häufige Fragen zu Kardiomyopathien

Sind Kardiomyopathien vererbbar?

Viele Formen sind genetisch bedingt – besonders die HCM, ARVC und Teile der DCM. Bei nachgewiesener genetischer Ursache empfehlen wir das Familienscreening: Verwandte ersten Grades sollten kardiologisch untersucht werden, da Träger der Genvariante oft unentdeckt sind.

Darf ich mit einer Kardiomyopathie Sport treiben?

Das hängt stark von Form und Schweregrad ab. Bei der HCM ist intensiver Wettkampfsport meist nicht empfehlenswert, Freizeitsport mit moderater Intensität dagegen oft erlaubt. Bei DCM kann Bewegung sogar Teil der Therapie sein. Wir besprechen Ihre individuellen Möglichkeiten ausführlich – vor jeder neuen Sportart oder vor Wettkämpfen.

Was ist der Unterschied zwischen Myokarditis und Kardiomyopathie?

Eine Myokarditis ist eine akute oder chronische Entzündung des Herzmuskels, oft durch Viren ausgelöst. Sie kann ausheilen oder in eine dilatative Kardiomyopathie übergehen. Kardiomyopathien sind dauerhafte Veränderungen der Herzmuskelstruktur, die nicht primär entzündlich bedingt sind.

Was ist das Broken-Heart-Syndrom?

Das Tako-Tsubo-Syndrom („gebrochenes Herz“) ist eine besondere Form der Kardiomyopathie, ausgelöst durch starken emotionalen Stress (z. B. Trauer) oder körperliche Belastung. Die Beschwerden ähneln einem Herzinfarkt, sind aber meist innerhalb von Wochen vollständig reversibel. Frauen jenseits der Menopause sind besonders häufig betroffen.

Termin in der Kardiologie Köln vereinbaren

Sie haben Symptome wie unklare Atemnot, Synkopen oder eine familiäre Vorbelastung mit Kardiomyopathie? Vereinbaren Sie einen Termin in unserer Praxis am Josef-Haubrich-Hof 5 in Köln – telefonisch unter 0221 921677-0, per E-Mail an info@kardiologiekoeln.de oder online über Doctolib.

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